Nepal Trekking ohne Guide Annapurna Runde SoloThree Passes Trek EverestGuide oder nicht Guide, das ist hier die Frage. Da ich in Kürze wieder in Nepal unterwegs sein werde, möchte ich in diesem Beitrag, zusammen mit dir, diese Frage aller Fragen klären.

Kann ich in Nepal ohne Guide Trekken?

In der Realität liegen Können und Dürfen weit auseinander. Der nepalesische Staat hat klare Regeln aufgestellt und diese richten sich hauptsächlich nach der Region, sowie dem Schwierigkeitsgrad der Wanderrouten. Weiter unten im Beitrag findest du eine Auflistung der Regionen und eine spezifische Antwort auf diese Frage, ob ein Trekking ohne Guide dort zulässig ist.

Welche Trekking-Gebiete kann ich Solo betreten?

Im Voraus sei gesagt: Man unterscheidet in Nepal zwischen Trekking (Hochgebirgswandern), Trekking Peaks und Climbing. Für Trekking Peaks und Climbing benötigst du immer eine Sondergenehmigung (Climbing Permit) und einen nepalesischen Bergführer (Climbing Guide). Dieser muss bei der Nepal Mountaineering Association (NMA) registriert sein.

Liste der Trekking Peaks Nepal

Der Name Trekking Peak ist irreführend. Es handelt sich dabei um Gipfel-Bergsteigen in unterschiedlichen Schwierigkeitsklassen (A und B) und in Höhen von oft über 6.000 Meter.

Die Liste der unterschiedlichen Trekking Peaks ist lang. Jährlich kommen neue Peaks hinzu. Hier sind nur die bekanntesten aufgelistet. Eine vollständige Liste findest du unter diesem Link.

  • Imja-tse (Island Peak, 6.189m)
  • Lubche East (6.119m) & Lubuche West (6.145m)
  • Chhukung Ri (5.550m)
  • Pisang (6.091m)
  • Mera Peak (6.654m)
  • Mardi Himal (5,587m)

Trekking-Gebiete ohne Guide

Meist benötigst du einen registrierten „Guide“ in Wandergebieten, die in Grenznähe verlaufen. In anderen Gebieten, kannst du mit einer Trekking Permit und der TIMS Card theoretisch alleine wandern. In Nepal nennt man diese Trekker FIT (Free Individual Trekker). 

Everest Gebiet

  • Jiri nach Everest Base Camp / Everest Classic Trek
  • Lukla nach Everest Base Camp
  • Everest Panorama Trek / Everest View Trek
  • Everest Base Camp Trek via Gokyo Lakes / Everest Chola Pass Trek
  • Everest Three Passes Trek

Annapurna Region

  • Poon Hill Trek
  • Annapurna Circuit Trek
  • Annapurna Base Camp Trek (Annapurna Sanctuary Trek)
  • Tilicho Lake Trekking
  • Mardi Himal Trek
  • Nar Phu Valley Trek

Langtang Region

  • Langtang Valley Trekking
  • Langtang Gosaikunda Trekking
  • Langtang Ganja la Pass Trekking
  • Helambu Treks

Trekking-Gebiete (Restricted Area), in denen du NICHT ohne „Guide“ wandern darfst

In diesen Trekkinggebieten (kein Anspruch auf Vollständigkeit) benötigst du mindestens einen Porter (Träger), der registriert ist. Zusätzlich musst du in einer Gruppe (mind. 2 Trekker) sein, d.h. exklusive Guide, Porter oder PorterGuide.

  • Manaslu Trek
  • Upper Mustang Trek
  • Kanchaenjunga Trekking
  • Tsum Valley Trek
  • Upper Dolpo Trek
  • Makalu Base Camp Trek

Reicht es aus wenn ein nepalesischer Freund mich begleitet?

Oft heißt es, eine einheimische Begleitung reiche aus. Das ist falsch. Die Person muss neben der nepalesischen Nationalität auch eine Lizenz aufweisen. Dementsprechend muss sie registriert sein. Oft ist das der Fall, wenn die Person für eine lokale Trekking-Agentur arbeitet.

Dabei ist es nicht entscheidend, dass die Person ein Guide (Bergführer) ist. Ein Porter (Träger) oder PorterGuide (trägt auch einen Teil deiner Ausrüstung) reichen auch aus. Das gilt auch für Restricted Areas. Für Trekking Peaks und Climbing benötigst du aber einen ClimbingGuide (NMA registriert).

Sollte ich für das Trekking in Nepal einen Guide, Porter oder PorterGuide nehmen?

Sherpa Mount Everest

Sherpa auf dem Weg nach Namche (3440m).

Ob ein Guide, Porter oder gar PorterGuide die richtige Wahl für dich ist, hängt stark von dir ab. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Frage dich selbst:

  • Bin ich körperlich fit genug, um 20% meines Körpergewichtes (Rucksack) über einige Wochen auf dem Rücken zu tragen?
  • Traue ich mir zu, allein im Gebirge zu navigieren? PS: In der Hochsaison und auf den Hauptrouten, ist man selten alleine. In der Nebensaison (z.B. Dezember auf der Everest Three Passes Trek) habe ich teilweise für einige Stunden niemanden gesehen. Die Route dort war auch nirgends ausgeschildert. Karte und Kompass sollten dir daher nicht fremd sein.
  • Suche ich kulturellen Austausch bzw. Informationen zu Land und Leute der Trekkingregion?

Ich persönlich bin lieber allein unterwegs und kenne die Gefahren, die durch Solotouren entstehen. Eine nepalesische Begleitung kommt für mich, soweit laut nep. Regierung erlaubt, nicht in Frage.

Wenn man aber in einer Restricted Area unterwegs ist, kommt man um Begleitung nicht umher. Sei dir aber bewusst, dass du für deine Begleitung voll verantwortlich bist. Das trifft auf eine Versicherung zu (Abtransport mit Heli vom Berg) sowie die Ausrüstung (oft sind sie miserabel ausgerüstet und nicht für die Hochpässe gewappnet).

Pro & Kontra Guide, Porter oder PorterGuide in Nepal

  • Guides sprechen gut Englisch und können viele Infos zu Land und Leute vermitteln. Sie tragen nur ihr eigenes Gepäck, sind aber im Umgang mit Höhenkrankheit geschult. Wenn du konditionell schwächer bist, solltest du über einen zusätzlichen Porter (Träger) nachdenken.
  • Porter (Träger) sprechen in der Regel schlechtes bis gar kein Englisch. Sie tragen bis zu 25 Kilogramm. Porter kann man auch für einzelne Etappen in den Dörfern engagieren, die auf oder am Trek liegen.
  • Ein PorterGuide ist eine gute Alternative zu einem reinen Guide. Er trägt einen Teil (meist 10-15 kg) deiner Ausrüstung und kann mit einigen Englischkenntnissen als kultureller Vermittler dienen. Vom Preis liegt ein PorterGuide ungefähr beim gleichen Tagessatz eines Guides in Nepal.

Ob Guide, Porter oder PorterGuide, es kommt immer auf die Chemie zwischen euch beiden an. Was gibt es Schlimmeres, als 14 Tage mit einer Person zu verbringen, die man absolut nicht riechen kann. Am besten trefft ihr euch vorher in Kathmandu oder Pokhara, um euch kennenzulernen.

Literaturtipps Nepal

1 Antwort
  1. Eva
    Eva sagte:

    Vielen Dank für diese Zusammenstellung. Wir kommen grad vom Upper Mustang Trek zurück und brauchten dort natürlich einen Guide. Uns hat das sehr geholfen, da wir sonst an vielen Sehenswürdigkeiten einfach vorbei gelaufen wären. Aber natürlich muss die Chemie stimmen und da hatten wir großes Glück. In einem Monat geht es für uns auf den Helambu Trek und dort werden wir wahrscheinlich ohne Guide und Porter unterwegs sein. Es kommt ja auch immer sehr auf das Gebiet an.

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