Everest Base Camp 3 Pässe trek

3 Passes Trekking NepalWillkommen auf dem Everest 3 Passes Trek in Nepal, auch genannt Three High Passes Trek, Three Passes Trek oder einfach nur 3 Passes Trail. Er ist die ultimative Challenge für Trekker in der Everest Region, denen der Everest Base Camp Trek zu einfach erscheint.

Mit Rinjo La Pass (5.360 m), Cho La Pass (5.420m) und Kongma La Pass (5.535m) führt euch der Three Passes Trek über die drei höchsten Pässe im Sagarmatha Nationalpark und mit je über 1.000 Meter hohen Anstiegen körperlich an eure Grenzen.

In diesem Blog-Beitrag möchte ich mit euch meine Erfahrungen über den 3 Passes Trek teilen, den ich im Dezember 2016 machte –  allein, ohne Bergführer und Träger.

Etappen Three Passes Trek Nepal (10-15 Tage)

Meine Etappen habe ich für euch nachfolgend aufgelistet. Da ich vorher den Annapurna Circuit und den Annapurna Sanctuary Trek absolviert hatte, war ich bereits akklimatisiert.

Diese Etappeneinteilung ist also nicht zu empfehlen für untrainierte, nicht akklimatisierte Wanderer. Aber keine Panik, ich habe für euch an den entsprechenden Tagen Tipps zu Akklimatisierungstagen oder veränderten Etappenzielen aufgeführt.

Tag 1: Kathmandu (Lukla) nach Namche

Three passes Trek Lukla Airport

Tenzing Hillary Airport Lukla: Ein Erlebnis der besonderen Art.

  • Wanderzeit Lukla > Namche: 8-15 Uhr (inkl. 1 h Mittagspause in Monjo)
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel

Gleich die erste Maschine flog mich von Kathmandu (1400m) ins berüchtigte Lukla (2840m). Von dort geht der Track über leicht an- und absteigendes Gelände bis nach Munjo und ihr müsst euch in einen Tross von furzenden Eseln und Yaks mit spitzen Hörner einreihen.

Ab Munjo (2835m) wird das Gelände erstmalig steil und schlängelt sich in staubigen Serpentinen bis Namche (3440m) hinauf.

Tipp Akklimatisierung: Lukla bis Namche stellt für einen nicht akklimatisierten Trekker eine hohe körperliche Belastung dar. Besser ist es diese Etappe aufzuteilen:

  • Tag 1: Lukla nach Phakding (2610m) oder Munjo.
  • Tag 2: bis nach Namche.
  • Tag 3: Akklimatisierungstag in Namche mit kleiner Tagestour um Namche herum (z.B. Namche>Khunde>Khumjung>Namche)

Tag 2: Namche nach Thame

  • Wanderzeit: 2 ½ h
  • Schwierigkeit: leicht

Ich hatte mich entschlossen den Three Passes Trek im Uhrzeigersinn zu wandern. Also hieß es für mich am zweiten Tag von Namche nach Thame (3820m) zu trekken. Eine einfache, kurze Etappe, in der ich von einer massiven Wolkenfront überrascht wurde. Die Temperaturen fielen schlagartig und die Sicht ging runter auf unter 10 Meter.

Tipp Aktivitäten: Bei gutem Wetter könnt ihr die Thame Gumba angucken oder den Sunder Peak (Extratag) besteigen.

Tag 3: Thame nach Lumde

Etappen 3 Passes Trek Everest Trekking

  • Wanderzeit: 3 ½ h (1 h Mittagspause in Dinjung)
  • Schwierigkeit: leicht

Die Bäume machen sich rar und der Boden wird steinig, während der Trail dem Flussbett des Bhote Koshi Nadi folgt. Eisiger Wind fegt durch das Tal und lässt die Finger selbst in den dicken Handschuhen erzittern.

In Lumde (4368m) macht sich jetzt die Höhe bemerkbar und ich habe leichte Kopfschmerzen, die ersten Symptome der Höhenkrankheit.

Tag 4: Lumde –Renjo La Pass – Gokyo

  • Wanderzeit: 7.30 Uhr bis 15 Uhr; 4 ½ h bis Renjo La; 1 ¾ h Renjo La bis Gokyo
  • Schwierigkeit: schwer

Wenn man es bis Tag 4 noch nicht wusste, dann weiß man es danach: Wir sind in den Bergen. Von Lumde geht es am frühen Morgen los in bitterkalten Temperaturen Richtung Rinjo La (5360m). Die Rotze gefriert einem an der Nasenspitze und die Lunge pumpt unentwegt in der permanent dünner werdenden Höhenluft. Insbesondere der letzte, extrem steile Abschnitt vom Angladumba Tsha (zugefrorener See) bis zum Renjo La, fordert die Bereitschaft zur Quälerei und testet eure Willenskraft.

Abstieg nach Gokyo (4800m) über Eissektionen, bei denen aber keine Micro Spikes (Ice Spikes) benötigt werden.

Tag 5: Akklimatisierungstag (Gokyo Ri)

Mount Everest Gokyo Ri

Sonnenuntergang auf Gokyo Ri. Blick auf Mount Everest.

  • Wanderzeit: 1 ½ h bis Gokyo Ri (Aufstieg), 30 min Abstieg nach Gokyo
  • Schwierigkeit: mittel

Ein absolutes Muss: Der Gokyo Ri (5360m) bei Sonnenuntergang mit einem blutrotem Mount Everest in Aussicht.

Tag 6: Gokyo nach Dragnag (Tangnang)

  • Wanderzeit: 1 ½ h
  • Schwierigkeit: mittel

Tag 6 ist ein entspannter Tag, der genug Zeit liefert den Ngozumbo Gletscher, den ihr überquert zu genießen und auch noch einige Sonnenstrahlen in Dragnag zu erhaschen. Dieser Tag ist zur Regeneration und bringt euch nach Tangnang (4700m), den optimalen Ausgangspunkt zur Überquerung des Cho La Pass (5420m).

Tipp Etappeneinteilung: Wenn ihr den Gokyo Ri nicht zum Sonnenuntergang besteigen wollt, dann ist es möglich auch am selben Tag noch nach Tangnang zu wandern. Nachteil: Die Durchquerung des Gletschers ist gefährlicher tagsüber wenn die Temperaturen das Gletschereis aufwärmen.

Tag 7: Dragnag – Cho La Pass – Lobuche

Cho La Pass Evesrest

  • Wanderzeit: 8.00 – 16.30 Uhr (Lobuche); 8.00 – 14.30 Uhr (Dzongla)
  • Schwierigkeit: schwer

Der längste Tag auf dem 3 Passes Trek (8 ½ h). Sobald ihr den Cho La überquert habt, wartet ein Gletscherfeld auf euch mit glattem, „blauem“ Eis. Als ich im Dezember den Pass überquerte, waren Micro Spikes unabdingbar. Achtung: Rechts halten, da auf der linken Seite Gletscherspalten und Steinschlag sind.

Tipp Etappeneinteilung: Die meisten Trekker wandern von Dragnag bis Dzongla (4.830m). Von Dzongla nach Lobuche sind es weitere 2 bis 3 Stunden strammes Wandern, wobei das Gelände weitestgehend flach verläuft. Ich hatte mich für diesen Husarenritt entschieden, um am Folgetag den Kala Patthar bei Sonnenuntergang besteigen zu können.

Tag 8: Lobuche nach Gorakshep (Kala Patthar)

 

  • Wanderzeit: 2 ½ h Lobuche nach Gorakshep; Kala Patthar (1 ½ h Aufstieg, 30 min Abstieg)
  • Schwierigkeit: mittel

Der Weg von Lobuche (4.910m) nach Gorakshep (5.140m) ist relativ einfach. Lediglich das letzte Teilstück über den Lobuche Pass (5.110m) führt über einige kleine Anstiege und loses Geröll.

Tipp Alternativroute: Von Pyramid (italienische Forschungsstation) könnt ihr abseits des normalen Treks auf einem höhergelegenen Plateau parallel zum Trek laufen. Fragt einfach in der Forschungsstation nach dem Weg.

Kala Patthar (5.550m) müsst ihr, genau wie Gokyo Ri, zum Sonnenuntergang besteigen.

Tipp Akklimatisierung: Viele gebuchte Touren haben versucht direkt an einem Tag von Lobuche ins Everest Basecamp (5.364m), dann auf Kala Patthar und anschließend zurück nach Lobuche zu wandern. Zum einen wollten sie Zeit sparen und zum anderen die Wahrscheinlichkeit einer Höhenkrankheit minimieren. Das ist aber Blödsinn. Wer wirklich ins Everest B.C. oder auf Kala Patthar steigen möchte, der muss bereits vollständig akklimatisiert sein und in der Lage eine Nacht in Gorakshep, auf 5.140 Meter, zu verbringen. Nehmt euch die Zeit und splittet Everest Base Camp und Kala Patthar in 2 Tagestouren auf.

Tag 9: Gorakshep – Mount Everest Basecamp – Lobuche

Everest Base Camp 3 Pässe trek

  • Wanderzeit (netto): 1 ½ h von Gorakshep zum New Everest Base Camp; 45 min Everest B.C. zurück nach Gorakshep; 1 h Gorakshep nach Lobuche
  • Schwierigkeit: mittel

Tipp Everest Base Camp: Zum Everest Base Camp müsst ihr am frühen Morgen aufbrechen. Start zwischen 8 und 9 Uhr. So habt ihr das Base Camp für euch alleine, da die geführten Touren, die in Lobuche starten, in diesem Fall 2 Stunden hinter euch zurück liegen.

Des Weiteren könnt ihr dann hinunter zum berüchtigten Ice Fall, der Sektion, in der immer die Leitern für Expeditionen gespannt werden. Gegen 10 Uhr steigt die Sonne immer höher und heizt das Eis auf. Es bricht und die Gefahr in eine Gletscherspalte zu stürzen erhöht sich signifikant. Spätestens 11 Uhr solltet ihr dort raus sein, auch im kälteren Dezember.

Tag 10: Lobuche – Kongma La Pass – Chhukhung

  • Wanderzeit: 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr
  • Schwierigkeit: schwer bis sehr schwer

In Lobuche ist der strategisch beste Ort, um am frühen Morgen den Kongma La Pass (5.535m) zu überqueren.

Dieser Tag ist extrem Kräftezehrend und technisch etwas anspruchsvoller. Bei meiner Überquerung musste ich wieder Mirco Spikes an einer Passage einsetzen. Der herabfließende Fluss/ Wasserfall war komplett gefroren und reichte bis an der steilen, linken Bergflanke heran. Ein Umgehen war unmöglich.

Für mich persönlich war dieser Pass der schwerste des gesamten Everest Three Passes Trek. Das hatte zwei Gründe: Zum einen die Belastung von mehreren Tagen über 5.000 Metern, kombiniert mit extremen Schwankungen in den Höhenmetern, zum anderen, die nunmehr 40 Tage Trekking im Himalaja Gebirge, die meinen Kraftreserven zusetzten.

Tag 11: Chhukhung (Island Peak Base Camp)

Island Peak

Island Peak

  • Wanderzeit: 2 h Hinweg bis Island Peak Base Camp (4.970m) und 1 ½ h zurück nach Chhukhung (4.730m)
  • Schwierigkeit: leicht

Eigentlich wollte ich von Chhukhung ausgehend noch Island Peak (6.189m) besteigen, aber ich war körperlich ausgebrannt. Statt einer Klettertour (kostet ca. 500 USD) begnügte ich mich mit dem Base Camp des Berges, das nur 2 Tage später abgebaut wurde (Nebensaison).

Tipp Aktivitäten: Von Chhukhung kann man den Aussichtspunkt Chhukhung Ri (5.550m) besteigen. Allerdings ist die Aussicht nicht viel besser als vom Trek der vom Kongma La Pass nach Chhukhung führt. Der Chukhung Ri bietet sich aber als Trip zur Akklimatisierung an, solltet ihr von der anderen Seite über den Pass wollen.

Tag 12: Chhukhung nach Tengboche

  • Wanderzeit: 3 ½ h (schnelles Tempo)
  • Schwierigkeit: leicht

Du verlässt das karge Hochland mit den zugefrorenen Flüssen und tauchst in die grüne Baumzone ein. Ein Stück weit fühlt man sich wie zurück in der Zivilisation: kleine Cafés, viele Gasthäuser und vermehrt Trekker. Du bist zurück auf dem „Touristen Highway“ hinauf zum Mount Everest Base Camp.

Tipp Aktivität: Schau dir die alte Monastry (Kloster) an, in dem jeden Tag um 15 Uhr die Mönche ihre Gebete öffentlich abhalten.

Tag 13: Tengboche nach Monjo

Sherpa Mount Everest

Sherpa auf dem Weg nach Namche (3440m).

  • Wanderzeit: 10 bis 15:30 Uhr (inkl. 1 h Mittagspause in Namche Basar); 2 ½ h Tengboche bis Namche; 2 h Namche nach Munjo
  • Schwierigkeit: mittel

Tag 14: Monjo nach Lukla

  • Wanderzeit: 3 h
  • Schwierigkeit: mittel

In Lukla bin ich um 14 Uhr ins Büro der Fluggesellschaft (Tara Air, Yeti Airlines) und habe innerhalb von 5 Minuten mein Flugticket auf den Folgetag umbuchen können.

Tag 15: Rückflug Lukla nach Kathmandu

Nach insgesamt 15 Tagen, inklusive Hin- und Rückflug, war ich zurück in Kathmandu. Das ist sehr schnell unter Berücksichtigung der Side Treks, die ich gemacht habe. Theoretisch kann man die Runde auch in 9 oder 10 Tagen schaffen. Allerdings müsst ihr euch dann nur auf den Three Passes Trek beschränken. Abstecher zum Gokyo Ri, Everest Base Camp oder Chukhung Base Camp fallen somit weg.

Mein Fazit Everest Three Passes Trek Nepal

Der Everest Three Passes Trek in Nepal, bietet sich für jeden an, der sich mit dem „einfachen“ Everest Base Camp Trek nicht zufrieden geben möchte. Der Rinjo La (5.360m), Cho La (5.460m) und Kongma La (5.535m) haben es jedoch in sich und sollten allein nur von gut trainierten Trekkern mit einschlägigen Erfahrungen in Gletscherüberquerungen und Überlebenstechniken im Hochalpinen Gelände überquert werden. Wer allerdings in Gruppen unterwegs ist oder mit einem Bergführer, der sollte das Abenteuer Everest Drei Pässe Trekking bestehen, vorausgesetzt er ist fit und hält sich an den Akklimatisierungsplan um Höhenkrankheit zu verhindern.

Ich würde den Trail in Nepal jederzeit wieder machen, insbesondere im Dezember, wo deutlich weniger Wanderer unterwegs sind und der Individualitätsfaktor deutlich steigt.

Bewertung Three Passes Trekking Nepal

  • Abenteuerfaktor: 4 von 5 Sternen
  • Infrastruktur: 4 von 5 Sternen
  • Schwierigkeitsgrad: 4 von 5 Sternen
  • Individualfaktor: 3 von 5 Sternen
  • Natur/Landschaft: 5 von 5 Sternen

Literatur Everest 3 Passes Trek

Three Passes Trek Ausrüstung (Beispiele!)

1 Antwort
  1. René Trenkmann
    René Trenkmann sagte:

    Ich bin die Tour im Oktober/November 2014 in einer kleinen Gruppe von 7 Trekkern gegangen.
    Diese Tour gehört für mich mit zu den schönsten Trekkingtouren in Nepal.
    Eine absolute Traumtour, allerdings nur für konditionsstarke Trekker.
    Wir sind ab Thame im Schnee gegangen, konnten aber alle Pässe überqueren.
    Überschattet war die Tour allerdings vom Unglück am Anapurna mit den vielen Toten.

     
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