Tauchen Australien: Seestern
Tauchen Australien: Seestern

Tauchen Australien: Seestern

Tauchen Australien. Bei diesen Worten denkt man unweigerlich an das berühmte Great Barrier Reef, welches sich über 2.000 Kilometer entlang Australiens malerischer Ostküste erstreckt. Doch Tauchen am Great Barrier Reef ist größtenteils dem Massentourismus verfallen. Es ist Mainstream geworden. Keine Frage, Tauchgänge dort sind unglaublich schön, aber mit seinem Gastbeitrag entführt euch Niklas Schütze (> 500 Tauchgänge) in weniger überlaufende Unterwasserwelten Australiens und zeigt die schönsten Tauchspots Down Under auf.

Backpacker sind ein eigensinniges Völkchen. In ihrer Brust haben sie sich das Ziel gemeißelt, gerade dem Massentourismus zu entfliehen, neue Orte und Menschen zu entdecken, Pionier-Arbeit zu leisten.

Tauchen Australien: Ningaloo-Reef

Beginnen wir also am anderen Ende des 5. Kontinents, in Coral Bay, Western Australia. Dort befindet sich das Ningaloo Reef, mindestens genauso schön wie das Great Barrier Reef. Hier kann man Tauchen gut erlernen und es besteht die Möglichkeit, zur richtigen Jahreszeit mit Walhaien (Wale Sharks) zu schwimmen. Mit stolzen 450 Dollar müsst ihr allerdings tief in die Tasche greifen.

Ein weiterer Bonus sind die 6 bis 7 Riesen-Mantas, die dort das ganze Jahr über sind (einmalig in Australien) und Loopings und andere Kunststücke vollziehen. Außerdem ist die Korallenlandschaft wunderschön und farbenprächtig und nicht selten teilt ihr euch den Ozean mit mehreren Meeresschildkröten.

Ein weiterer Tipp: Wenn ihr schon tauchen könnt, fragt nach der Hai-Putzstation. Dort könnt ihr beobachten, wie viele kleine Fische die scharfen Zähne der Riffhaie putzen.

HMAS Swan in Dunsborough: Tauchen im Schiffswrack

Für die schon erfahreneren Taucher empfehle ich die HMAS Swan in Dunsborough, 250km südlich von Perth. HMAS ist die Abkürzung für „Her Majesty’s Australian Ship“. Die Swan ist das größte betauchbare Schiffswrack der südlichen Hemisphäre. Mit einer Länge von 113 Metern, liegt es 35 Meter tief im Indischen Ozean. In diesem alten Kriegsschiff tummeln sich Schwärme von Fledermaus-Fischen, Kugelfische, Wobbegongs (eine Hai-Art) und viele andere seltsame Kreaturen. Wichtig: Dieser Tauchgang ist nichts für Anfänger. Ohne Übung geht einem hier in 35 Metern Tiefe ganz schnell die Luft aus. Ein Horror-Szenario.

Skark Cage Diving mit dem Großen Weißen Hai

Ein unvergessliches Erlebnis, ist das Tauchen mit dem wohl gefürchteten Predator der Welt, dem Great White Shark. Diese Möglichkeit bietet sich euch nur an vier Stellen weltweit: in Südafrika, USA, Mexiko und Australien.

In Port Lincoln, South Australia, kann man für rund 500 Dollar mit dem bis zu 7 Meter großen Urzeitmonster tauchen. Allerdings nur im sicheren Käfig.

Ich sah damals 7 dieser weißen Riesen, welche dort auf Robben-Jagd waren. Zugegeben 40 Minuten mit diesen beeindruckenden Urzeitmonstern für 500 Dollar ist recht happig, aber so etwas macht man nur 1 Mal im Leben. Wenn die enorm starke Schwanzflosse den Käfig zum Schaukeln bringt, ist das ein geiles Gefühl und ihr wisst, wofür ihr euer Erspartes ausgegeben habt (Link zum ausführlichen Beitrag über Skark Cage Diving Australien).

Christmas Island

Für diejenigen unter euch, die wirklich das Abgelegene und Natur pur spüren wollen, habe ich den perfekten Ort: Christmas Island. Der beste Tauchspot, an dem ich getaucht bin und mit über 500 Tauchgängen habe ich schon einiges gesehen. Nur mit dem Flugzeug von Perth zu erreichen, liegt die Insel Christmas Island mitten im Indischen Ozean (2.650 Kilometer nordwestlich von Perth).

Einigen unter euch vielleicht durch die enorme Krabbenwanderung bekannt, bei der man nicht mehr laufen kann, ohne in ein paar Scheren-Hände zu treten, bietet sie neben Kultur pur auch eine spektakuläre Unterwasserwelt. Dort trifft man nicht selten 60 Delfine beim Tauchen an, die friedlich um einen herum schwimmen. Dort tollen Engelrochen, Walhaie (Nov. bis April), Schildkröten, Hammerhaie und viele weitere farbenprächtige Fische durch das azurblaue Ozeanwasser.

Kokosinseln (Keelinginseln)

Wenn man schon mal auf Christmas Island ist, bietet sich der Weiterflug zu den 3.685 Kilometer westlich von Darwin gelegenen Kokosinseln an. Ehemals eine Quarantänestation für Tiere, die auf australische Festland eingeführt wurden, leben heute auf den Kokosinseln, auch Keelinginseln genannt, überschaubare 500 Einwohner. Ihre Ureinwohner sind extrem freundlich und zuvorkommend. Die Kokosinseln sind ein Top-Spot für Taucher, Surfer und Segler. Beinahe alle Weltumsegler stoppen hier, um ihre Vorräte aufzustocken. Unterwasser habe ich dort das Spektakel beobachtet, wie sich ein männlicher Hai in die Flossen eines weiblichen Haies biss, um den Paarungsakt einzuleiten. Äußerst selten zu sehen und ein eigenartiger Anblick.

Des Öfteren ziehen über die Keelinginseln kräftige Zyklone. Ein ungemütlicher Ort zu dieser Zeit, aber ein solches Naturphänomen mitzuerleben, hat auch etwas. Wer das Ungewöhnliche sucht und einen Fleck auf der Welt, der noch nicht von der Infektion Tourist betroffen zu sein scheint, ist auf den Kokosinseln genau richtig. Jedoch solltet ihr euch beeilen, denn wie auch die Malediven, drohen die Kokosinseln buchstäblich im Meer unterzugehen.

Das war nur ein kurzer Abriss von Niklas über Tauchen Australien und ein kleiner Einblick in die besten Tauch-Spots. Falls ihr noch Fragen habt, oder weitere Infos rund ums Thema Tauchen Australien braucht, schreibt E-Mail oder lasst und zusammen in der Kommentarbox darüber philosopieren.

Werdet wie Niklas Gastautor bei burning-feet.com und berichtet von euren Reisen.

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