Jordanien ist vielen noch nicht als Reiseziel bekannt. Wenn dann nur durch die Ausgrabungen von Petra, der Hauptstadt der Nabatäer, von 300 v. Chr. Die Stadt war auch schon als Drehort in Filmen wie Transformer oder Indiana Jones zu sehen.

Doch Jordanien hat noch einiges mehr zu bieten, fernab der Touristenmassen. Es gilt zu sagen, dass Jordanien kein unentdecktes Juwel mehr ist. Das Land hat sich schon gut auf Touristen eingestellt. Dennoch sind große Touristenmassen, die aus ihren Bussen strömen und alles und jeden fotografieren, zum Glück bisher nur in der Hochsaison in Petra vorzufinden.

Jordanien: 1 Woche unterwegs im Land der antiken Monumente (Teil 1)

Jordanien Urlaub

Unser Gastautor Niklas war Ende Februar eine Woche mit seiner Freundin Ani in Jordanien unterwegs. In diesem Beitrag lässt er uns an seinen Erfahrungen im „Land der antiken Monumente“ teilhaben und hat für uns den Kompakt-Guide Jordanien zusammen gestellt. Hier findest du wirklich alles, was du über deine Reise wissen musst.

Gastfreundschaft, und lohnt sich eine Woche Jordanien überhaupt?

Jordanien

Jordanien ist eines der sichersten Staaten im mittleren und des Nahen Osten. Jordanien ist für ein arabisches Land äußerst westlich eingestellt und auch als Frau gibt es hier keine Probleme. Ich war mit meiner Partnerin vor Ort und es hätte wahrscheinlich auch kein Problem gegeben, wenn sie alleine gereist wäre.

Die meisten Einheimischen sind sehr freundlich und zuvorkommend. Häufig hört man die Sätze: “Where do you come from? Welcome to Jordan!” und einem wird ein Kaffee oder Tee angeboten. Anfänglich kam es so rüber, als wolle man uns in ein Gespräch einbinden, um etwas zu verkaufen. Doch wenn man höflich ablehnt, lassen die Jordanier ab und sind einfach nur interessiert und gastfreundlich.

Eine Woche ist für Jordanien eine sehr gute Zeitspanne. Natürlich könnte man auch alleine 3-4 Tage die Spuren in Petra erkunden. Doch insofern man einen Mietwagen hat, lässt sich das Land super in 7 Tagen erkunden.

Tipp: Wenn ihr nur weniger Tage zur Verfügung habt, würde ich mich eher auf den Süden konzentrieren.

Wann ist die beste Reisezeit für meinen Trip?

Jordanien kann als Ganzjahresziel betrachtet werden. Zwar ist es im den Wintermonaten (Dezember bis Februar) nicht gerade warm und in den Sommermonaten (Juni bis September) sehr heiß, dafür entgeht man den Touristen und ist teilweiße wirklich alleine.

Klimatisch sind die sonnigsten und angenehmsten Monate April, Mai, Oktober und auch der November. Aber wofür gibt es Funktionskleidung?! Zudem kann man auch auf den Wettergott bauen.

Wir waren im Februar dort und es war wirklich super. Dennoch muss man sich manchmal dem Wetter geschlagen geben. So wollten wir eigentlich das Dana Biosphären Reservat sehen und dort übernachten, mussten aber auf Grund von Schnee und EIS auf den Straßen, weiter zum Toten Meer fahren.

Innerhalb eines Tages und weniger Autostunden kann die Temperatur um über 20 Grad schwanken, also in den Wintermonaten für jedes Wetter packen! Wie überall im Leben heißt es also: Kompromisse machen.

Wie kommt man nach Jordanien?

Durch die Erschließung der Destination durch den Billig-Carrier Ryanair, ist Jordanien zu einem sehr attraktiven Reiseziel geworden. So kann man beispielsweise schon für 26€ Hin- und zurück (ohne Gepäck) von Köln nach Aqaba fliegen. Angesichts des 5h Fluges ein unverschämt billiger Preis, bei der die Anfahrt des Flughafens mehr kosten könnte.

An dieser Stelle Grüße an die deutsche Bahn 😉 Auch von Memmingen kommt man günstig nach Amman, der Hauptstadt Jordaniens (ab 23€).

Zur Hauptsaison sind die Flüge zwar teurer, aber selbst für einen Flug, der 70-80€ kostet, ist Jordanien definitiv lohnenswert. Zudem gibt es mehrmals wöchentlich Direktflüge in die beiden Städte (Aquaba, Amman).

Visum & Jordan Pass

Jordanien

Visum: Für Jordanien brauchen deutsche ein Visum.

Dieses ist einfach vor Ort an der Grenze oder dem Flughafen zu kriegen. Voraussetzung für ein Visum ist, dass euer Reisepass noch mindestens 6 Monate gültig ist. Ab dem Zeitpunkt der Einreise gilt das Visum für 2 Monate. Das Visum kostet, je nach Wechselkurs ca. 60€ pro Person (40 JOD) und kann in Bar (JOD) gezahlt werden.

ACHTUNG: die Wechselkurse sind extrem schlecht an Flughäfen, also vorab online zahlen oder etwas Geld bereits vorher wechseln.

Wer mehr als 3 Tage in Jordanien ist kann den Jordan Pass kaufen (Link Jordan Pass).

Wenn du vor hast Petra zu besuchen lohnt sich aber schon den Jordan-Pass vorab online zu kaufen. Dieser kostet 70, 75 oder 80 Dinar und beinhaltet einen freien Eintritt zu über 40 Sehenswürdigkeiten wie Petra, Wadi Rum, Gerasa, … (Mount Nebo ist nicht inbegriffen). Die Visa Gebühren werden bei dem Kauf komplett erlassen. Nach dem online Kauf ist der Jordan Pass 12 Monate lang gültig, nach dem Vorzeigen bei der ersten Sehenswürdigkeit ist er noch 2 Wochen gültig. Der Jordan Pass berechtigt nur zu einem einmaligen Eintritt pro Sehenswürdigkeit, mit Ausnahme von Petra, hier habt ihr folgende Möglichkeiten:

  • 1 Tag in Petra = Jordan Pass 70JOD
  • 2 Tage in Petra = Jordan Pass 75JOD
  • 3 Tage in Petra = Jordan Pass 80JOD

Der einzelne Eintritt nach Petra kostet alleine bereits ab 50 Dinar. Achtung: „Petra by Night“ ist nicht im Pass mit drin, soll die Kosten von zusätzlichen 17JOD aber auch nicht wert sein, da der Weg exakt der gleiche wie tagsüber ist. Ihr seht der Jordan Pass macht wirklich Sinn!

Vor Ort herumkommen (Bus, Bahn, Mietwagen und Co in Jordanien)

  • Jordanien ist ein vergleichsweise kleines Land, von der Hauptstadt im Norden, bis nach Aqaba am roten Meer sind es nur 3,5 Autostunden.
  • Eine Zugverbindung gibt es nicht.
  • Busse fahren zwar regelmäßig und sehr viele Einheimische trampen vor Ort. Aber meine klare Empfehlung ist ein Mietwagen. Hier könnt ihr bereits für 25€ am Tag ein Auto inkl. Vollkaskoschutz ergattern.
  • Ein 4×4 Drive wird nicht benötigt, da fast alle Straßen asphaltiert sind.
  • Der Benzinpreis gleicht dem deutschen, da Jordanien keine Öl-Vorkommen hat. Hinzu seid ihr flexibler und schneller unterwegs.
  • Fahren in Jordanien ist kein Problem, der Verkehr ist sehr gering und die Straßen sind okay, nur in der Stadt Amman sieht es anders aus. Hier habe ich mich gefühlt wie in Bangkok, auf vier Fahrstreifen sind sieben Autos, das Dauer Hupen blendet das Gehirn nach kurzer Zeit vollkommen aus und bei den irren „Spurwechsel“ wird natürlich kein Blinker gesetzt. Nach meiner Erfahrung und Erzählungen kann man Amman aber getrost überspringen und umfahren.
  • Taxis sind auch eine mögliche günstige Alternative, sofern man den Preis vorher abklärt.
  • Zur Navigation eignet sich bestens die App “herewego”. Diese kann offline verwendet werden und ist sehr zuverlässig und gut. Nach kurzer Anmeldung könnt ihr sogar Favoriten und besondere Punkte eintragen.
  • Auf den Straßen sind max. 130km/h erlaubt. An die Geschwindigkeitsbegrenzungen solltet ihr euch auch wirklich halten, da es sehr hohe Strafen gibt, sonst werden euch die sehr häufigen Kontrollen teuer zu stehen kommen. Auch wenn die Polizei die Deutschen anscheinend sehr ins Herz geschlossen hat („I love you“ oder „I love Germany“).

Die Anreise und der Mietwagen sind also beide sehr günstig. Das war es dann aber auch schon fast.

Der Rest des Landes gleicht dem deutschen Preisniveau, verrückt wenn man bedenkt, dass das Einstiegsgehalt nicht selten bei 500-600€ bei Absolventen liegt (Erzählung von einem unsere Gastgeber). Hinzu kommen zahlreiche Flüchtlinge aus den umliegenden Afrikanischen Staaten. Die Integration scheint dabei aber besser zu funktionieren als in Europa. Chapeau Jordanien!

Weitere Tipps zu einem perfekten Jordanien-Trip

  • Alkohol Fehlanzeige: Diesen gibt es nur sehr überteuert in Hotels oder aber in sehr, sehr wenigen Liquidshops in Aqaba oder Amman.
  • Unterkünfte gibt es in jeglichen Preissegmenten und Arten. Wir haben eine Mischung aus etwas luxuriöseren bis zu kleinen Schlafkabinen genommen, was uns sehr gut gefallen hat. Spannend ist es auch bei Einheimischen via Airbnb zu übernachten oder einer persönlichen Einladung nachzukommen (Gastgeschenke nicht üblich, aber sie freuen sich sehr!).
  • Währung: 1 JOD entspricht dabei momentan 74 Cent, der Kurs schwankt natürlich. In Beduinen Lagern und auch Städten wird häufig erst bei An- oder Abreise und in bar gezahlt. Mich überraschte es, dass das kontaktlose Bezahlen per Kreditkarte fast überall möglich war (selbst an kleinen Imbissständen, wieder: Chapeau Jordanien!).
  • Essen in Jordanien: Das Essen ist wirklich sehr gut. Typisch sind Fladenbrot, Humus, gurke, Tomate, Honig, Käse und Joghurt zum Frühstück. Dazu gibt es Schwarztee oder einen speziellen Kaffee. Der ist sehr stark und wie der arabische Kaffee mit Kaffeesatz gebrüht. Teilweise ist er mit Minze oder Kardamom verfeinert. Zur Hauptmahlzeit gibt es zahlreiche lokale Gerichte, bestehend aus Lamm mit Reis, Gemüse und Fladenbrot oder gegrilltes Huhn, etc.
  • Müllproblem: Leider liegt in Jordanien wirklich überall Müll, selbst in entlegenen Gegenden, wo er mit dem Wind angeweht wird. So richtig scheint das keinen zu kümmern, Plastiktüten wohin man sieht. Wird der Müll nicht wie gewöhnlich liegen gelassen wird er einfach verbrannt. Wirklich stören tut das von den Einheimischen leider niemanden.
  • Steckdose: Brauche ich einen Adapter? Es gibt zwei Steckdosen-Arten, bis auf eine Ausnahme hat immer der typische Europa-Stecker (Typ C/F), wie in Deutschland gepasst. An vielen Standorten gibt es zusätzlich den Großbritannien-Stecker vom Typ G. Wenn ihr auf der sicheren Seite sein wollt, nehmt einen Adapter für diesen mit.
  • Zeitverschiebung: Von Oktober bis März beträgt der Zeitunterschied gegenüber Deutschland   nur plus 1 Stunde. Von April bis September plus 2 Stunden (Jordanien hat keine Sommerzeit).

Das war Teil 1 von Niklas zu seinem Jordanien-Trip 2020. Im Teil 2 erfährst du seine 7 tägige Reiseroute und erhältst zahlreiche weitere Tipps über die Sehenswürdigkeiten in Jordanien.

Wenn du auch wie Niklas Gastautor auf Burning Feet werden möchtest, klick auf diesen Link.

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