Auf der Tour nach Trudillé ist der Name dieses Blogs Programm: Burning Feet! Nicht unbedingt weil die Wanderung vom Profil her so anstrengend ist, aber die Kombination aus Hitze, schroffem Untergrund und Länge setzt den Füßen sowie dem Körper ordentlich zu. Doch die Mühen sind es wert, denn als Belohnung für die brennenden Füße wartet ein Sprung ins Meer an einem der schönsten, unberührtesten, unbekanntesten und abgelegensten Strände der Karibik: Trudillé.

Faszination Trudillé

Um die Faszination dieses Strandes zu verstehen, muss man zunächst einmal einen kleinen Bogen schlagen. Wir befinden uns in der Dominikanischen Republik, dem Pauschalparadies schlechthin der gesamten Karibik. All-Inclusive-Resorts und Bettenburgen machen 90% des Tourismus aus – allerdings nur 5% der Landfläche, nämlich Punta Cana und zum Teil noch Puerto Plata. Der Rest des Landes ist ein wahnsinnig schöner Mix aus faszinierenden Naturlandschaften, offenherzigen Menschen und vielen, spannenden Geheimnissen für Abenteuer, die man von solch einem Land überhaupt nicht erwartet.

Trudillé

Dem Südwesten der Dominikanischen Republik kommt dabei die Rolle der unbekannten Schönheit zu Gute, denn dieser gehört zu eine der schönsten, aber auch am wenigsten entdeckten Regionen, die das Land zu bieten hat. Wasserfälle, Nebelwälder, Lagunen, wilde Tiere, hohe Berge und ein paar unberührte Strände sind charakteristisch für den Südwesten des Landes. Einer dieser unberührten Strände ist die Bahía de las Águilas, fast an der Grenze zu Haiti und mehr als 6 Stunden Autofahrt vom nächsten ernst zu nehmenden Flughafen entfernt. Die Adlerbucht, wie sie übersetzt heißt, gilt gemeinhin als die Créme de la Créme der dominikanischen Strände, denn dank der Entfernung und der schwierigen Erreichbarkeit, haben sich hier bis heute nur 2 Glamping-Projekte angesiedelt, die vor allem am Wochenende reiselustige Dominikaner begrüßen.

Wie kommt man nach Trudillé, einem der abgelegensten Strände der Dom Rep?

Doch es geht noch abgelegener – und genau hier kommt Trudillé ins Spiel. Zwar gehört Trudillé zur selben Küstenlinie wie die Bahía de las Águilas, doch die Erreichbarkeit ist ungleich schwerer. 12 Kilometer Fußmarsch sind notwendig, um dieses einzigartige Stück Paradies zu erreichen. Die reine Distanz klingt erst einmal nicht sonderlich spektakulär, doch die Umstände machen die Tour doch schwerer als zunächst angenommen. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Zum Einen ist der Südwesten der Dominikanischen Republik die wärmste und trockenste Region des
Landes. Regen gibt es nur sehr wenig und ebenso selten kommt es vor, dass die Temperaturen unter
30 Grad fallen. Entsprechend intensiv wird man auf der rund 3-stündigen Wanderung (one-way) gegrillt.

Trudille

Vorbereitung für den Trudillé Trail

Auch der Untergrund macht die Tour nicht wesentlich angenehmer. Weite Teile geht es über eine Art
verwittertes und erodiertes Gestein, welches oft spitz gen Himmel ragt. In spanisch nennt man es umgangssprachlich „Hundezähne“, was eine ziemlich treffende Beschreibung für das Bodenprofil ist. Ebenso sollte man bedenken, dass die komplette Ausrüstung und Verpflegung getragen werden muss. Dazu gehören nicht nur Rucksack, Wechselsachen, Zelt und Essen, sondern auch das komplette Trinkwasser für 2 Tage, da es in der kompletten Gegend kein Frischwasser!!! gibt.

Die Voraussetzungen sind also alles andere als angenehm, doch es lohnt sich absolut, denn das Ziel, Trudillé, gleicht einer anderen Welt, die man so in der gesamten Karibik kaum noch finden kann. Trudillé ist ein kleines idyllisches Dorf ohne jegliche Infrastruktur, in dem mehrere dutzend Fischer wie vor hundert Jahren in simplen Behausungen leben und ebenfalls jene 12 Kilometer zurücklegen müssen, um mit der Zivilisation in Kontakt zu treten. Als Entschädigung für das Leben in einfachsten Verhältnissen gibt es eine Strandkulisse, die so definitiv ihres gleichen sucht.

TrudilleZelten kann man direkt am Strand, genügend Platz hat es hier für jeden. Nahezu „selbstverständlich“ gibt es auch noch einen Sonnenuntergang dazu.

Trudillé Trail

Von Trudillé zum Playa Blanca

Doch Trudillé hat neben Idylle, Postkartenmotiven und äußerster Nähe zur Natur noch mehr zu bieten. In nur rund 20 Minuten Entfernung befindet sich der nächste sagenhafte Strand, der Playa Blanca. Und der „weiße Strand“ macht seinem Namen alle Ehre. Über 3 Kilometer feinster Puderzucker lässt sich hier genießen und es versteht sich von selbst, dass man dieses Paradies eigentlich an 365 Tagen im Jahr für sich alleine hat. Die Erreichbarkeit ist einfach zu kompliziert, als dass sich hier mehr als ein paar Abenteurer hin verirren würden, denn selbst mit dem Boot sind es rund 2 Stunden bis zum nächsten Ort. Willkommen im Paradies!

Trudille Strand

Nach diesen Erfahrungen fällt der Rückweg dann schon wesentlich leichter, denn die Gedanken an die einzigartigen Erlebnisse beflügeln jegliche müde Füße. Da machen auch die 5 Extra-Kilometer nichts, die man zurücklegen muss, wenn es bis zur Hauptstraße gehen soll – dies wäre dann der Fall, wenn man nicht von einem Fahrer abgeholt wird, denn Parkmöglichkeiten am Trailhead gibt es keine.

3-Tages-Tour nach Trudillé

Die Tour kann entweder selbst mit einem ortskundigen Guide organisiert werden oder mit Hilfe lokaler Wandergruppen, die zwei- oder dreimal im Jahr – oft an den langen Wochenenden als 3-Tages-Tour mit 2 Zelt-Übernachtungen in Trudillé – diese Tour organisieren. Egal wie man die Wanderung nach Trudillé und zum Playa Blanca angeht: bleibende Erlebnisse sind garantiert, ebenso wie ein paar heiße Füße in diesen tropischen und paradiesischen Breitengraden.

Über unseren Gastautor Christian

Christian lebt seit mehr als 8 Jahren in der Karibik – davon 3 auf Grenada und 5 in der Dominikanischen Republik – und hat bereits über 30 Karibik-Inseln und über 200 Karibik-Strände besucht. In der Dominikanischen Republik ist Christian stets unterwegs, um dieses faszinierende Land abseits von All-
Inclusive Resorts und Strandliege zu erkunden.

Wer mehr über die Dominikanische Republik und die Karibik wissen möchte, kann sich auf dem Blog von Christian, My Travelworld, ausgiebig informieren.

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