Hamningberg (Norwegen), 15./16. August 2019

Hamningberg

Höre auf den, der seit Jahrzehnten in dieser Gegend seine Brötchen kauft! Nichts ist beim spontanen Reisen wichtiger, als diese banale Grundeinstellung, die dich an Orte führt und Menschen kennen lernen lehrt, die du sonst niemals auf dem Radar gehabt hättest. Diese Art zu reisen ist befreiend: Es gibt keine wirkliche Enttäuschung, weil es keine unwirkliche Erwartung gibt.

Auf nach Hamningberg!

An dieser überteuerten Tanke, am unscheinbaren Kreisverkehr im norwegischen Nirgendwo namens Varangerbotn, quatscht mich ein Einheimischer an. Einer jener, der in der Gegend seit Jahrzehnten seine Brötchen kauft. Er schwärmt von Hamningberg, vom alten Fischereidorf, indem Rentiere grasen würden sowie dem umliegenden Nationalpark mit seinen rauen Felsformationen. Mir war das genug an Input. Genug für einen Umweg von 300 Kilometern. Weiterlesen

 

faltbarer Campingstuhl

Lasst uns mal über den Helinox Chair One sprechen. Bis vor 4 Wochen hättest du mich zwingen müssen einen Klappstuhl mit zum Wandern zu nehmen. Neben einem dummen Spruch hättest du dir dutzende Argumente anhören dürfen, die alle gegen einen Campingstuhl beim Trekking sprechen.

Naja, auf meiner letzten Reise hatte ich einen Chair One dabei und das nur, weil ich mit der alten Africa Twin unterwegs war und das Packmaß sowie das Gewicht auf dem Motorrad echt leicht zu verkraften waren.

Aber ich muss dir sagen, ich habe den kleinen Scheißer echt ins Herz geschlossen und werde ihn demnächst auch in den großen Gregory Baltoro 95 Pro stopfen. Aber eins nach dem anderen. Lass uns mal kurz auf die technischen Daten eingehen und dann schmiere ich dir meine Pro und Cons zu diesem faltbaren Campingstuhl unter die Nase, sofern du sie hören möchtest. Wenn nicht, klick einfach weg. Easy. Weiterlesen

Sonntag, 18. August 2019 (Nordkap/ Knivskjellodden)

Trekking Nordkapp

Was für ein brachialer Wind auf Magerøya. Er tritt mir in den Rücken, wirbelt mich böig das ein ums andere Mal zur Seite und lässt die rote Kapuze meiner Wanderjacke horizontal in der Luft stehen.

Die ganze Anfahrt nervte er mich schon, machte mir das Leben auf meiner alten Honda Africa Twin schwer und zeigte mir auf, dass der nördlichste Punkt des Europäischen Festlandes nichts ist, das du für ein popliges Rubbellos auf der Kirmes bekommst.

Mir macht selten etwas Angst aber diese letzten 40 Kilometer Asphalt ließen mein Herz in die Motorradstiefel rutschen. Karge Landschaften, bedeckt von einer dünnen Grasschicht; tiefe Täler, die die Luft wie in ein Vakuum aufsaugen und alles was sich auf der ungeschützten Straße befindet, versucht mitzureißen. Natur pur, die mich zwang das ganze Gewicht meiner über 350 Kilo schweren Maschine voll gegen den Seitenwind zu legen. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Zusammengekauert hinter dem Windschild konnte ich spüren, wie der grobstollige Gummi der Enduroreifen langsam auf dem Asphalt seitlich rutschte. Wollte ich eine Rechtskurve fahren, musste ich nach links in den Wind lenken, um nicht vor schon vor der Kurve von der Straße gedrückt zu werden. Was für eine Szenerie an diesem frühen Sonntagmorgen. Was für ein „Spaß“.

Hier am nördlichsten Ende Norwegens spielt die Natur Roulette. In der letzten Nacht stürmten fette Gewitterwolken über mein kleines Einmannzelt*, die Temperaturen lagen knapp über dem Gefrierpunkt und jetzt dieser brachiale Wind. Ein Wetter, das sich hier stündlich ändern kann. Von sonnig und windstill bis zu orkanartigen Ausmaßen, die dich als Mensch kleinlaut in deine Schranken weisen. Ich mag das. Das Gefühl, wenn du nichts geschenkt bekommst. Wenn du beißen musst, um dein Ziel zu erreichen. Weiterlesen

 

Der Watzmann: „Schicksalsberg“ der Deutschen, „Witwenmacher“ und höchster Berg von Berchtesgaden . Seine Ostwand erstreckt sich über 1.800 Höhenmeter bis zum Gipfel. Damit ist die Ostwand des Watzmann die höchste Felswand der Ostalpen und maßgeblich dafür verantwortlich, dass über 100 Bergsteiger in diesem Gebirgsmassiv den Tod fanden. Die Überschreitung des Watzmann zählt zu den bekanntesten Bergtouren in den Bayrischen Alpen und führt den geneigten Bergsteiger über die drei Hauptgipfel des Watzmann (Hocheck (2.651m), Mittelspitze (2.713m) und Südspitze (2.712m)), die mit einem schwindelerregenden Grat verbunden sind.

So viele tolle Infos für dich 😉 Die hatte ich allerdings nicht, als ich mich für diese Bergtour entschied. Einzig eine kurzer Fernsehbeitrag über „Bergretter in Not“, der über den (heutigen) Irrsinn in den Bergen berichtete und all die Touris, die sich für ihr bedeutungsloses Instagram-Foto in Lebensgefahr begeben, zeigte den Watzmann und erwähnte die Watzmann-Überschreitung. Es war die Rede von „Gefahr“, „Selbstüberschätzung“, „technisch Anspruchsvoll“, „rasanten Wetterumschwüngen“, „Stau“ und das viele der unerfahrenen Bergtouristen die Watzmannüberschreitung fälschlicherweise für einen Kettersteig halten würden.

Das Einzige, das sich davon in meinen Synapsen festgesetzt hatte, waren die Bilder der schroffen Bergflanken und der leicht malzige Geschmack von Abenteuer auf der Zunge. Irgendwann, Irgendwann machst du diese Tour, hatte ich mir fest vorgenommen. Irgendwann kann schneller sein, als man denkt, und als ich vor 14 Tagen für ein Meeting mit meiner alten Africa Twin zum Tegernsee gedüst bin, drängte sich mir diese Chance auf, wie ein fetter Sitznachbar im Billigflieger.

Genug geschwafelt. Wie war nun die Watzmann-Überschreitung an einem Tag? Ist es so hart wie überall behauptet? Musste ich über Berge von in Goretex gewickelte Touristen kraxeln? Dies und vieles mehr liest du in meinem Erfahrungsbericht. Weiterlesen

 

Der Watzmann zählt zu den schönsten Bergen weltweit und die Überschreitung des Watzmann über den ausgesetzten Grat vom Hocheck, über Mittelspitze und Südspitze hinab ins Wimbachgries, als das Highlight unter Bergsteigern in den deutschen Alpen.

Nicht jeder unter uns ist ein Profibergsteiger, möchte sich aber den Traum von der Watzmannüberschreitung erfüllen. Umso wichtiger, dass du in Punkto Ausrüstung perfekt vorbereitet bist.

Ende Juli 2019 habe ich die Watzmann-Überschreitung an einem Tag absolviert (Link zum Bericht). Etwas über 4800 Höhenmeter und 31 Kilometer muss jeder konditionsstarke Bergsteiger an Saft in den Oberschenkeln mitbringen, der den „Schicksalsberg“ der Deutschen bezwingen möchte. Schicksalsberg übrigens, weil über 100 Bergsteiger am Watzmann bisher das zeitliche gesegnet haben. Fährerweise muss ich sagen, das die meisten von den Opfern an der berüchtigten Watzmann Ostwand abgeschmiert sind.

Egal, ob als brachiale Tagestour oder mehrtägige Überschreitung des Watzmann, mit meiner Packliste Watzmannüberschreitung bist du adäquat ausgestattet. Weiterlesen

Wie gern denke ich an diesen Moment zurück. Der Moment, als der Himmel brannte. Als ein eisiger Wind mir um die Nase pfiff und das blutorangenfarbene Meer aus Wolken unter dem Gipfel des Mount Fyffe bei Kaikoura greifbar schien.

Reisebericht Neuseeland Weiterlesen