Three passes Trek Lukla Airport

Nepal Einreisebestimmungen Nepal Visa on arrivalDie Frage warum ich mich in eine fliegende Sardinenbüchse nach Lukla quetsche, stellte sich mir nie. Die Antwort wusste ich lange bevor ich die Frage kannte: Der Kick, der Adrenalinstoß, der innere Drang einmal im Leben das zu erfahren, was ich in Hochglanzreportagen über Mount Everest Expeditionen im Fernsehen sah. Es hatte immer etwas Mystisches für mich. Ein Abenteuer vor dem Abenteuer mit Lukla als Eingangstor in eine elitäre Welt der altgedienten Bergsteigerlegenden, zu den Reinhold Messners und Edmund Hillarys von Gestern und Heute…

Wie eine Motte ins Licht, zog es mich nach Lukla. Lukla, der seinerzeit gefährlichste Flughafen der Welt, eingebettet in die steilaufschießenden Bergflanken des Himalaya.

Ein Licht macht noch keinen Flughafen!

Freitagmorgen halb vier. Das Uralt-Taxi schunkelt gemütlich durch die dunklen Straßen von Kathmandu. Nichts erinnert an das hektische Treiben, das die Stadt tagsüber laut aufschreien lässt. Totenstille. Nur ein einsamer Verkehrspolizist dirigiert auf der Kreuzung stoisch den Smog, der Nepals Hauptstadt hustend einhüllt.

Am Domestic Terminal des Kathmandu Airport brennt nur spärliches Licht. Der Fahrer schmeißt mich mit meinen Rucksack auf dem Packplatz raus. Zwei Soldaten mit Kalaschnikow teilen sich eine Zigarette.

Die Uhr zeigt kurz vor vier und bis auf den streunenden Köter bin ich der einzige Besucher am gesamten Flughafen. Zusammen warten wir vor der verschlossenen Glastür der abgedunkelten Empfangshalle. Und warten. Und warten. Nichts passiert und eine weitere halbe Stunde vergeht. Wo bleiben die alle. Laut Airline sollte ich spätestens 2 ½ Stunden vor Abflug am Flughafen sein, und der ist um 6:15 Uhr.

Ein weiterer Tourist gesellt sich zum Köter und mir. Eine weitere halbe Stunde verstreicht unauffällig. Langsam kommen mir Zweifel: Sind die Flüge, wie in den letzten beiden Tagen auch, wegen schlechtem Wetter gecancelt wurden? Eine Frage bei den rauchenden Soldaten bringt Erleuchtung. Der Flughafen öffnet erst um 6 Uhr. Wo sonst auf der Welt, wenn nicht in Nepal, öffnet man einen Flughafen 15 Minuten vor Abflug eines Fliegers?

So ein Mist. Insgesamt verbringe ich 2 ½ Stunden vor der verschlossenen Glastür, beobachte wie sich langsam die Schlange hinter mir füllt (die Tourveranstalter kennen das allmorgendliche Spiel) bis pünktlich um kurz vor sechs die Angestellten des Flughafen Katmandu gemütlich an der Schlange vorbeiflanieren.

 

„Wenn es holpert ist es gut“: Flug von Kathmandu nach Lukla (Tenzing-Hillary Airport Lukla)

Auf dem Rollfeld joggen einige Soldaten der dort stationierten Flugstaffel. Unsere zweimotorige Twin-Otter Propellermaschine steht bereit. Eifrig stapeln drei Männer mit Mundschutz und neongrünen Warnwesten Lebensmittel und andere Behälter in den winzigen Laderaum, bevor alles mit den buntscheckigen Rucksäcken der Bergsteiger und Trekker verrutschfest ausgestopft wird.

Unterdessen checken die beiden Piloten die TARA AIR Maschine. Dicke Sonnenbrillen, schwarze Lederjacken mit reichlich behangenen Schulterstücken, fester Schritt und klare Ansagen ans Bodenpersonal. Ich weiß zwar nicht wie ein erfahrender Pilot aussehen muss aber diese beiden Exemplare machen schon ordentlich Eindruck.

Gegen den ohrenbetäubenden Lärm der Propeller teilt die Stewardess kleine Wattefetzen aus und für jeden der 12 Fluggäste (mehr passen nicht hinein) ein klebriges Bonbon. Als ich mir ein zweites Bonbon angeln will, gibt’s einen giftigen Blick und die Pappschachtel verschwindet auf nimmer wiedersehen. Hoffentlich sind die mit der Wartung ihrer Flugzeuge nicht auch so knauserig denke ich mir, da ruckt die Maschine heftig, die Propeller jaulen auf und wir schießen über die wellige Betonoberfläche der Startbahn.

Die roten, gelben und blauen Daunenjacken kleben an den kleinen Fenstern und verrenken sich die Hälse.

Kathmandu breitet sich unter unseren Füßen aus. Leichter Regen. Smog, der die pfahlgrauen Häuser, ausgetrockneten Flüsse und tausende von Autos und Motorräder einhüllt, die der erwachenden, alten Königsstadt Kathmandu quirliges Treiben einhauchen.

Durch die verdreckten Fenster schimmern milchglasig die grün-braunen Hügel, die von einem Wirrwarr aus unzähligen Hütten und Siedlungen überzogen sind. Am Horizont ragen weiße Bergformationen in den wolkenbehangenen Himmel und zeigen mir vorhin die Reise geht.

Es wird bergig. Nach zwanzig Minuten (es regnete immer noch) fängt das Flugzeug ordentlich zu vibrieren an. Das Vibrieren geht in ein Rucken über und ich hüpfe auf meinem Sitz auf und ab, hin und her. Der Gurt greift unangenehm hart in die Oberschenkel. Die Piloten klimpern auf ihren Tasten im Cockpit und legen leuchtende Schalter um. Knackender Funkverkehr mit dem Tower.

Die Stewardess sitz gelangweilt auf ihrem Notsitz – Buddhist halt – und den Fluggästen ist das Fotoknipsen schon lange vergangen. Gebannt pendelt ihr Blick zwischen den steilen Bergflanken, die wie ein Nadelöhr immer näher kommen und den Piloten im offenen Cockpit.

 

Der Tenzing-Hillary Airport in Lukla: Ein fingernagelgroßes Stück Asphaltstreifen umzingelt von Bergen

Das Wetter beruhigt sich. Nach ca. 45 Minuten in der Luft kommt ein kleines Bergdorf in Sicht. Lukla. An dem Ort wo früher ein Schafgehege war, befindet sich heute ein fingerhagelgroßes Stück Asphaltstreifen. Sowas einen Flughafen zu nennen ist mutig. Man guckt im Anflug förmlich auf die 500 Meter Landebahn hinab, die bergauf verläuft. Da will er doch nicht landen wollen, schießt es mir durch den Kopf!

Anflug Tenzing-Hillary Airport in Lukla Flug Kathmandu Lukla Nepal

Blick durchs Cockpit…

Doch er will. Wie ein Stein zieht der Pilot die Maschine herunter. Wir schweben links rechts. Hebel werden betätigt, Knöpfe gedrückt. Eine Symphonie zwischen den Piloten.

Mit einem Hüpfer setzen die Gummireifen auf der Landebahn auf, die Propeller werden sofort gedrosselt und die Bremsen der TARA AIR Maschine greifen bissig zu. Durch das Fenster im Cockpit sehe ich eine Steinmauer am Ende der Landebahn auf uns zukommen. Die Bremsen halten was sie versprechen und die Maschine kommt kurz vor der drohenden Kaltverformung mit der Mauer zum Stillstand.

Halb acht. Es ist bitterkalt in Lukla (2.860m), ich habe einen Bärenhunger und dem Mythos Lukla für mich ein stückweit entzaubert. Was für ein Flug. Was für eine Erfahrung. Was für ein Spaß für große Jungs…

 

Natürlich war ich nicht nur zum Frühstück dort. Ich wollte Wandern gehen. Wollte den imposanten Achttausendern in der Khumbu-Region zum Greifen nah kommen.

Was genau ich dort gemacht habe? Lass dich überraschen und lies hier:

·        Mount Everest 3-Passes-Trek Nepal

 

Flug Kathmandu nach Lukla: Tipps & Häufige Fragen (FAQ)

 

Three passes Trek Lukla Airport Tenzing-Hillary Airport Lukla

Tenzing-Hillary Airport in Lukla (Flug Lukla-Kathmandu)

 

Welche Flüge gehen von Kathmandu nach Lukla und was kosten diese?

·        Flüge von Kathmandu nach Lukla gehen jeden morgen. Der erste Flug geht um 6 Uhr. Ich empfehle dir den ersten Flug zu nehmen. Sollte das Wetter schlecht sein, verschieben sich alle Flüge nach hinten. Im schlechtesten Fall werden die späteren Flüge gecancelt.

·        Ein Flug-Ticket von Kathmandu nach Lukla und zurück kosten ca. 290 Euro. Du kannst es problemlos online kaufen (z.B. TARA AIR) und sogar via PAYPAL bezahlen oder du gehst in eines der vielen Reisebüros in Kathmandu (travel agency) und buchst dort.

·        Es gibt nur 2 Airlines (YETI AIRLINES & TARA AIR), die diese Linie überhaupt fliegen und die Flugpreise sind stabil. Über Flugportale zu suchen ist also nutzlos, teils sogar teurer.

Wie viel Gepäck kann ich mitnehmen auf den Flug von Kathmandu nach Lukla?

·        Bei mir waren 10 Kilo Gebäck (Aufgabegepäck) frei. Dazu kommt noch kostenloses Handgepäck (wiegt keiner nach). Wenn du mehr Ausrüstung (Gewicht) benötigst, musst du das extra zahlen. Vorsicht beim Handgepäck: Dort ist man streng bei Utensilien, die auf dem Index stehen. Messer und Feuerzeuge werden dir definitiv abgenommen und evtl. nicht wieder zurückgegeben.

·        Lies auch: Meine Nepal Packliste für Trekking mit leichtem Gepäck (mit Download)

Kann ich meinen Rückflug von Lukla nach Kathmandu umbuchen?

·        Ja, das geht problemlos. Ich war mir nicht sicher wie lange ich für den Everest-3-Passes-Trek und das Everest Base Camp benötigen würde. Deshalb habe ich mir einen Rückflug von Lukla nach Kathmandu mit 5 Tagen Puffer gebucht. Früher zurück in Lukla, habe ich einfach eine Umbuchung für den Folgetag vorgenommen. In Lukla gibt’s ein TARA AIR OFFICE, die machen täglich um 14 oder 15 Uhr auf. Am Flughafen ist die Umbuchung auch möglich (auch vormittags).

Was passiert wenn ein Flug nach Lukla/ Kathmandu wegen schlechtem Wetter ausfällt?

·        Ich habe bei TARA AIR im Internet gebucht. Du erhältst ein Ticket, was eine Beförderungsgarantie beinhaltet. Soll heißen: Wenn ein Flug ausfällt, kommst du auf den nächstmöglichen Flug. Nächstmöglich ist relativ und bedeutetet natürlich auch, dass wenn schon einige Tage lang schlechtes Wetter ist und keine Maschine von Lukla nach Kathmandu bzw. von Kathmandu nach Lukla abhebt, erst die zuvor ausgefallenen Flüge (Passagiere) abgefertigt werden. Trotzdem eine faire Lösung.

·        ZUR NOT: Du kommst auch auf den Landweg zurück nach Kathmandu. Dazu musst du zwei bis drei Tage Wandern und dann den Bus nehmen.

Muss ich ein Hotel in Lukla buchen?

·        Nein. Es gibt etliche Unterkünfte (Hotels, Guesthouse) in Lukla. Ich war Mitte Dezember dort und Lukla war wie ausgestorben. Selbst in der Hochsaison sollte es kein Problem sein. Bei großen Gruppen sieht die Sache anders aus.

Das sind nur einige Fragen, die du dir bei der Vorbereitung auf eine Trekking-Tour im Everest-Gebiet stellen magst. Solltest du weitere Fragen haben, schrieb diese einfach in die Kommentarbox.

Literaturtipps Nepal

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2 Kommentare
  1. Dieter Müller
    Dieter Müller sagte:

    Hallo Stefan,

    Glückwunsch zu Deiner sehr informativen Website! Nachdem ich deine Kritikpunkte zu der immer mehr vermarktenden Touristenatraktion Mount Everest gelesen habe, ist mir fast der Spaß vergangen „meinen Berg“ zu besuchen. Ich glaube ich bin da auch eher wie Du und mag die Einsamkeit der unberührten Gegenden. Ich will die Natur sehen und mit all meinen Sinnen erleben. Bei Ansicht des Weges von Lukla zum Everest Basiscamp über (Google-maps) bekomme ich den Eindruck es handelt sich bei dem Wanderweg um eine „Wanderautobahn“. Ich muss da glaube ich aber irgendwie trotzdem hin. Es ist als wenn der Everest mich wie ein Magnet anzieht.
    Anstelle mit dem Flugzeug nach Lukla zu fliegen könnte ich mir auch vorstellen mit dem Bus dorthin zu reisen. Es gibt doch von Kathmandu aus eine Busverbindung in östlicher Richtung. Weißt Du, ob es vom Highway aus eine Busverbindung nach Lukla gibt. Welche Reisezeit würdest Du zur Wanderung zum Basiscamp empfehlen? Ich möchte den Berg aller Berge gerne sehen. Er sollte zur Reisezeit also nach Möglichkeit nicht Nebelverhangen sein. Und wenn tausende Touris den Weg langlaufen, dann muss ich da auch nicht unbedingt mit dabei sein. Von der Temperatur her sollte es noch erträglich sein.

    Führt der Weg zum Basiscamp und zum Everest-View-Point über ein oder mehrere Gletscherfelder?

    Vorweihnachtliche Grüße
    Dieter

    Antworten
    • Stefan Schüler
      Stefan Schüler sagte:

      Hi Dieter, ich würde an deiner Stelle Ende November in die Everest Region reisen. Dann ist die Sicht perfekt und du hast wenige Leute auf den Tracks. Natürlich ist das BaseCamp dann leer.

      Es fährt KEIN Bus bis Lukla. Du kannst via Jeep oder Bus von Kathmandu nach z.B. Phaplu (ca. 12 Stunden) und von dort sogar mit einem „JeepTaxi“ weiter Richtung Lukla, je nachdem wie weit die Straße fertig gestellt ist.

      Gruß Stefan

       
      Antworten

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